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Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands e.V.

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ILRS , Resolution 2006

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Soziale Globalisierung. Zehn Wege, die Welt zu verbessern.

Resolution des Internationalen Bundes der Religiösen Sozialisten und Sozialistinnen (International Legue of Religious Socialists, ILRS) während des Kongresses in Oslo / Norwegen 30. Juni – 1. Juli 2006

 

Das Dokument „Soziale Globalisierung“ für den Kongress  gibt eine detaillierte Vorstellung von den Herausforderungen, die wir sehen, wenn wir die Frage der Globalisierung behandeln. Das Dokument fasst das Wesentliche eines längeren Dokuments (29 Seiten) zusammen auf zehn Ebenen, zehn Wegen, die Welt zu verbessern, indem man den Prozess  der Globalisierung sozial gestaltet.

 

1. Wir stimmen einer sozialen Globalisierung zu.

Es gibt nur eine Menschheit, und wir brauchen uns untereinander.

2. Globalisierung darf nicht nur globaler Marktplatz bedeuten.

Soziale Globalisierung bedeutet, die notwendigen Schritte zu unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung, soziale Verantwortung, wirtschaftliche Wohlfahrt aller, Gleichheit der Geschlechter und gute Staatsführung

3. Wir müssen das Verständnis und die Einübung von Demokratie vertiefen.

Demokratie ist bisher lokal, regional und national geprüft worden, sowohl auf der Ebene der Teilnahme einer Öffentlichkeit als auch vom Glauben der Bevölkerung  an die Legitimität unserer gegenwärtigen Formen von Demokratie. Soziale Bewegungen ebenso wie die Anti-Globalisations-Bewegung tragen zu einem neuen Verständnis von Demokratie bei, haben aber zugleich Schwierigkeiten, es an ein repräsentativeres politisches Modell anzupassen. Die ILRS muss zur Vertiefung des Verständnisses und der Einübung von Demokratie beitragen und zusammen mit der Sozialistischen Internationale an dem langen Prozess teilnehmen, ein gutes Staatswesen in unsern globalen Institutionen wieder aufzubauen und neu zu beleben.

4. Nachhaltige Entwicklung ist die wirkliche Suche beim Aufbau einer besseren Welt.

Es muss möglich sein, Fortschritt in unserer Welt zu entwickeln, ohne die Fähigkeit für die kommende Generation zu verderben, Freude daran zu haben ebenso wie selbst Fortschritte zu machen. Wir müssen ebenso eine Methode finden, das Defizit zurückzuzahlen, das wir schon haben. In der gegenwärtigen kapitalistischen Ära müssen wir anfangen, die  Fragen unserer Wahlentscheidungen für Natur und menschliches Leben zu kalkulieren als Teil unserer Abmessungen von Erfolg oder Versagen.

5. Fragen der Menschenrechte sind jetzt zentral für die Agenda der Globalisierung.

Die Bedingungen modernen Lebens stehen der früheren souveränen Unabhängigkeit eines Staates gegenüber. Die heutige Welt kann nicht einfach einen grausamen Führer akzeptieren, der seine Leute unterdrückt. Intervention von Seiten der Internationalen Gemeinschaft kann notwendig sein, wenn Völkermord oder selbst geringere Risiken auf dem Spiel stehen. Menschen haben fundamentale Rechte – diese Rechte zu bekräftigen, liegt in der Verantwortung der ganzen Welt. Das schließt die Fähigkeit der Nationen ein, Bildung zu verteilen, für die Einzelnen die Möglichkeit zu schaffen, ihre Ziele für die persönliche Entwicklung zu erreichen. Die zukünftige Wohlfahrt der arbeitenden Bevölkerung ist davon völlig abhängig, wie gut ein Land seine Bürger vorbereiten kann, speziell die Jungen, ihre Rechte als Produzenten und Konsumenten zu wahren, wenn sie sich mit wirtschaftlichen Herausforderungen der globalen Gesellschaft beschäftigen.

6. Armut zu reduzieren, ist untrennbar von anderen politischen Zielen.

Die Herausforderung der Realität und die UN- Milleniums-Ziele, die nationalen und internationalen Bemühungen mit dem Ziel, Armut zu reduzieren, sind dicht beim Zentrum unserer Politik und der globalen Agenda. Reduktion der Armut ist eine Frage des Geldes, aber ebenso der Haltung und der Vorsorge für das Rüstzeug für eine nachhaltige Zukunft. Sie bezieht unsere ganze Gesellschaft ein, national, regional und international.

7. Multilateralismus und Frieden muss Priorität haben vor vorherigen Konflikten.

Die Vorstellung vom Kampf der Kulturen wird niemandem nutzen. Als Weltbürger sagen wir: Es gibt nur eine Menschheit. Es kann kein Friede ohne Gerechtigkeit sein und ohne Frieden kann keine Gerechtigkeit sein. Es ist ebenso wahr: Es kann kein Friede ohne Entwicklung  und Suche nach Gleichheit sein.

8. Märkte müssen reguliert sein, damit sie menschlichen Bedürfnissen gut und nach Wunsch dienen.

Der internationale Markt ist eine Realität. Mit der Realität kommt die Notwendigkeit für Regulierungen, nicht nur zwischen Nationen, sondern ebenso global. Wir müssen die Märkte so organisieren, dass sie einen gleichen Zugang für alle zu diesem Markt erlauben, während gleichzeitig genug Raum gegeben wird für eine noch nicht ausgereifte Wirtschaft, damit sie schrittweise in den globalen Markt eingeschlossen wird. In unserer Analyse der Weltwirtschaft muss der Sektor Arbeit von verschiedenen Blickpunkten aus gesehen werden, kurzfristig von den Grundbedürfnissen aus, von der Hand zum Magen. Man muss den  formlosen oder (Schwarzmarkt-)Sektor akzeptieren, wenn er zum dringendsten Überleben gebraucht wird. Langfristig jedoch muss es das Ziel sein,  die formlosen Aktivitäten in eine offene und formell anerkannte Ebene der Wirtschaft einzuschließen. Das ist nötig für Regulierung, Schutz, persönliche Sicherheit – und um des Gefühls der Gemeinschaft in der Gesellschaft willen – für Besteuerung und Offenheit in der Wirtschaft.

9. Die Bevölkerung muss demokratische Kontrolle über ihre eigenen Resourcen haben.

Wir betrachten jetzt die sehr entscheidenden Privatisierungen, die mehr oder weniger als „freie Mahlzeiten“ verstanden werden. Spezielle Sorge bereitet das „Outsourcing“ (die Vergabe nach außen) von Wasser und Wasserleitung - Infrastruktur an internationale Firmen, was diese Angelegenheit zu einem kritischen Punkt gebracht hat. Diese Veränderungen gab es sowohl in entwickelten Ländern und solchen im Übergang als auch in noch in der Entwicklung stehenden Ländern. Einerseits ist es eine Notwendigkeit für Nationen, Investment-Kapital anzuziehen, andererseits ist es ein ausgesprochenes Risiko, die am meisten benötigten Resourcen  in der Hand von fremden Firmen außerhalb eigener demokratischer Kontrolle zu haben. Es wird nötig sein, diese Bereiche vom Markt auszuschließen und sie in einer sozialeren und nachhaltigen verantwortungsvollen Weise zu regulieren.

10. Eine wahrhaft globale Gesellschaft ist eine tolerante Gesellschaft

Eine multikulturelle Gesellschaft mit einer Vielfalt an Glaubensbekenntnissen ist nicht etwas, was von selbst kommt, sondern eine bewusste Anstrengung ist nötig, die verschiedenen Wurzeln zusammenzufügen zu einer neuen toleranten Gesellschaft. Wir werden kein negatives Etikett von Bevölkerungsgruppen akzeptieren, weder von säkularen Menschen gegenüber religiösen Menschen noch von Gläubigen gegenüber den Säkularen oder Andersgläubigen. Freiheit der Religion ist das Fundament moderner Gesellschaft. Jedoch ist religiöse Freiheit  nicht unbegrenzt. Sie muss Grenzen setzen in Erwägung sowohl gemeinsamer Werte und menschlicher Rechte innerhalb der (säkularen) Gesellschaft als auch der heiligen Elemente verschiedener Glaubensbekenntnisse. Wir wollen unsere Suche nach Einheit in Verschiedenheit ausdrücken als ein gemeinsames Verständnis, dass der Mensch spirituell ist.

 

                                                          Übersetzung aus der englischen Sprache, Reinhard Gaede                                                               

 

 

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